Sehenswürdigkeiten in Moskau

          

Der Arbat ist eine etwa einen Kilometer lange Straße im historischen Zentrum von Moskau. Der Arbat besteht seit dem 15. Jahrhundert und gehört damit zu den ältesten bis heute erhaltenen Straßen der russischen Hauptstadt. Zusammen mit den umliegenden Vierteln bildet sie den gleichnamigen Stadtteil. Ursprünglich Teil eines strategisch wichtigen Verkehrsweges und große Handwerkersiedlung, wurde der Arbat im 19. und frühen 20. Jahrhundert vor allem als Wohnviertel des mittleren und kleineren Adels, der Künstler und der Akademiker bekannt. Auch heute gilt die Straße mit ihrer näheren Umgebung als belebtes Szeneviertel und bevorzugte Wohngegend. Aufgrund der Vielzahl historischer Bauten sowie berühmter Künstler, die hier gelebt und gewirkt hatten, stellt der Arbat zudem eine wichtige touristische Attraktion dar.

Der Arbat liegt mitten im historischen Moskauer Stadtkern. Er beginnt am Arbatskaja-Platz (Арбатская площадь), der sich wiederum etwa 800 Meter westlich der Mauern des Moskauer Kremls befindet und an dem sich der Boulevardring mit der nahe dem Kreml beginnenden Wosdwischenka-Straße (Улица Воздвиженка) kreuzt. Der unmittelbar an den Arbat angrenzende Teil dieses Platzes wird Arbat-Tor (Арбатские Ворота) genannt, da hier - genauer gesagt an der Stelle des heutigen Boulevardrings - vom Ende des 16. bis Ende des 18. Jahrhunderts eine Stadtmauer mit einem ihrer zehn Eingangstore verlief. Vom Arbatskaja-Platz aus verläuft der Arbat annähernd geradeaus in südwestliche Richtung und wird dabei von einem Dutzend Seitengassen gekreuzt, bis er schließlich am Smolenskaja-Platz (Смоленская площадь) endet, wo eine Kreuzung mit dem Gartenring besteht. Eine Fortsetzung des Arbat in westliche Richtung bildet die acht Fahrspuren breite Smolenskaja-Straße (Смоленская улица), die innerhalb der Stadtgrenzen noch mehrmals ihren Namen wechselt und schließlich hinter dem Autobahnring MKAD in die Fernstraße M 1 nach Smolensk, Minsk und weiter Richtung Warschau übergeht
In unmittelbarer Nähe des Arbat befinden sich zwei Metrostationen: Die Station Arbatskaja der Filjowskaja-Linie liegt am Arbat-Tor, die Station Smolenskaja der Arbatsko-Pokrowskaja-Linie befindet sich an der östlichen Seite des Smolenskaja-Platzes nahe dem Ende des Arbat.

Während der Arbat bis Mitte des 20. Jahrhunderts Teil des Verkehrsweges vom Moskauer Kreml in Richtung Westen bildete, hat in den 1960er-Jahren der so genannte Neue Arbat (Новый Арбат) diese Funktion übernommen. Hierbei handelt es sich um eine parallel zum Arbat verlaufende Schnellstraße ohne niveaugleiche Kreuzungen, mit seitlich angelegten, sehr breiten Fußgängerpromenaden und einer Vielzahl für die 1960er-Jahre charakteristischer Hochhäuser. Zwei Jahrzehnte später wurde auf dem Arbat der Autoverkehr vollständig eingestellt und die Straße Mitte der 1980er-Jahre zur ersten Fußgängerzone in Moskau umgebaut. Um eventuelle Verwechselungen mit dem Neuen Arbat zu vermeiden, wird der Arbat umgangssprachlich oft als Alter Arbat (Старый Арбат) bezeichnet.

 

        

Der Rote Platz (russisch Красная Площадь, transkribiert Krasnaja Ploschtschad) ist einer der ältesten und aufgrund seiner Größe, seiner geschichtlichen Bedeutung und der angrenzenden historischen Bauwerke der international berühmteste Platz in Moskau und einer der bekanntesten der Welt. Er befindet sich im Zentrum der historischen Moskauer Altstadt, vor den östlichen Mauern des Kremls, und gilt mit Gebäuden wie der Basilius-Kathedrale, dem Lenin-Mausoleum und dem Warenhaus GUM als Wahrzeichen der Stadt. Zudem gehört er seit 1990 zum UNESCO-Welterbe.

Der Rote Platz weist eine annähernd rechteckige Form auf, ist 70 Meter breit und 330 Meter lang. Er erstreckt sich der Länge nach von Nordwesten nach Südosten entlang eines Teilstücks der Mauer des Kremls, das seine Begrenzung an der südwestlichen Seite bildet. Im Nordosten wird der Platz durch das Gebäude des Kaufhauses GUM und das alte Stadtviertel Kitai-Gorod, im Nordwesten durch das Historische Museum und das Auferstehungstor und im Südosten durch die Basilius-Kathedrale begrenzt. Nordwestlich des Platzes beginnt hinter dem Gebäude des Historischen Museums die Twerskaja-Straße, südöstlich schließt sich der sogenannte Basilius-Hang an, der zum nahen Moskwa-Fluss hinab und über eine Brücke in das Stadtviertel Samoskworetschje führt. Nordöstlich zweigen zwei Straßen vom Roten Platz ab: die Nikolskaja-Straße (Никольская улица, benannt nach dem direkt gegenüber stehenden Nikolaus-Turm des Kremls) und die Iljinka (Ильинка), beide seit dem 14. Jahrhundert bestehend und ehemals wichtige Verkehrsadern des alten Moskau. Heute ist der Platz selbst, mit Ausnahme des durch ihn führenden Zufahrtsweges zum Erlöser-Tor des Kremls, eine Fußgängerzone.

Die Bezeichnung Roter Platz hat weder einen Bezug zur Zeit des Kommunismus in Russland noch zur Farbe der Kremlmauern und -türme, deren Anstrich bis zum 19. Jahrhundert weiß war. Der Name ist schon im 17. Jahrhundert belegt und bedeutet eigentlich „schöner Platz". Das Adjektiv „красный" (krasny) bedeutete in der russischen Sprache ursprünglich „schön", im Laufe der Zeit hat es jedoch die Bedeutung „rot" angenommen und wird heute in der Alltagssprache auch nur noch in dieser Bedeutung gebraucht. Dies führt zu fälschlichen Annahmen bezüglich der Namensherkunft selbst bei Russen und zur etwas irrtümlichen Übersetzung als Roter Platz im Deutschen und anderen indogermanischen Sprachen.

 

ZARIZINO PARK

Der Zarizyno-Schlosspark (russisch Цари́цыно) befindet sich im gleichnamigen Stadtteil im Südlichen Verwaltungsbezirk der russischen Hauptstadt Moskau, etwa 18 km vom Stadtzentrum entfernt.

Das Gelände wurde 1712 noch unter seinem ursprünglichen Namen „Tschornaja Grjas“ (Schwarzer Schlamm) von Peter dem Großen dem moldauischen Prinzen D. K. Kantemir geschenkt, dessen Sohn A. D. Kantemir, verkaufte das Landgut 1775 an Katharina die Große, die das Gebiet in Zarizyno („Ort der Zarin“) umbenennen ließ, um dort einen Landsitz vor den Toren Moskaus zu errichten. Sie gab einen Bau in Auftrag, der mit den Bauten im Petersburger Gebiet mithalten sollte. Nach 10jähriger Bautätigkeit zeigte sie sich mit dem ersten Hauptgebäude sehr unzufrieden und ließ dieses wieder abreißen. Bis 1793 wurde an einem zweiten Entwurf gebaut, die Bautätigkeit wurde jedoch eingestellt, als Haupt- und die wichtigsten Nebengebäude nur annähernd zur Hälfte beendet waren. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden einige kleinere Nebengebäude im Neoklassischen Stil vollendet, die Hauptgebäude blieben zum Teil jedoch bis zur Jahrtausendwende unvollendet, in der 1980er Jahren wurden jedoch in Teilen ein Museum eröffnet. Gemeinsam mit dem landschaftlich reizvollen Park bildeten die Ruinen ein beliebtes Ausflugsziel.

2004 ging das bis dahin dem russischen Staat gehörende Gelände im Austausch gegen ein anderes Museum an die Stadt Moskau, die es seitdem nach neuen Plänen weiterbaut. Die Stadtverwaltung plant im fertig gestellten Komplex eine „Moskauer Eremitage“ unterzubringen. Die Restauration der Bauwerke und des Parks wurde Anfang September 2007 abgeschlossen.

 

MOSKAUER KREML

Der Moskauer Kreml (russisch Московский Кремль; Moskowski Kreml) ist das historische und geografische Zentrum der russischen Hauptstadt Moskau. Die gegenwärtigen Mauern und Türme des gut erhaltenen Kremls wurden in den Jahren 1485 bis 1495 erbaut. Der Kreml diente vor der Verlegung der Hauptstadt nach Sankt Petersburg als Residenz der russischen Zaren und dient heute als Residenz des russischen Präsidenten.

Durch archäologische Grabungen wurde eine vorgeschichtliche Besiedlung des Burgberges von Moskau, des Borowitzki-Hügels, nachgewiesen. Über eine eventuelle Befestigungsanlage gibt es keine Nachweise, so dass die 1156 von Juri Dolgoruki, dem Großfürsten von Kiew, befohlene Befestigung als die erste angesehen wird. Es wurde ein acht Meter hoher Erdwall mit einer drei Meter hohen Palisade errichtet.

Nach mehreren Belagerungen und Zerstörungen erbaute Iwan I. 1339 bis 1340 eine neue Palisade, die jedoch wiederum 1365 abbrannte. 1367 wurde daraufhin die erste steinerne Befestigung mit fünf Toren aus weißem Kalkstein errichtet. Die Tore waren als Tortürme ausgebildet. Drei Tore standen auf der Nordostseite (heute Roter Platz). Die Ringmauer folgte dem Verlauf der alten Palisadenbefestigung.

Unter Iwan III. erstarkte das Großfürstentum Moskau. Iwan der III. nahm den Titel Zar (= Cäsar) an. Dem neuen Selbstverständnis als Herrscher des dritten Römischen Reiches genügte der weiße Kreml nicht mehr. In den Jahren 1485 bis 1530 wurde deshalb die Kreml-Festung in mehreren Bauetappen neu errichtet.

Als die am weitesten in der Festungsbautechnik fortgeschrittenen Fachleute holte man sich zur Bauleitung italienische Architekten der Mailänder Schule nach Moskau. Als erster Turm entstand 1485 der Geheimgangsturm, 1487 der Beklemischewskaja-Eckturm. Um 1500 waren die Mauern und Türme der Nordostseite fertig gestellt. Man folgte dabei etwa dem Verlauf der alten Mauern des weißen Kremls. Die Mauerfluchten wurden jedoch jeweils zwischen den Türmen begradigt, um das Bestreichen der Mauern mit Schusswaffen zu gewährleisten. Die Türme wurden in Schussweite voneinander erbaut.

1508 bis 1516 wurde ein 30 Meter breiter und 12 Meter tiefer Festungsgraben ausgehoben. Aus dem kleinen Flüsschen Neglinnaja gespeist, wurde der Graben mit Wasser gefüllt. Die Brücken zu den Tortürmen waren als Zugbrücken ausgebildet und die Brückenenden mit Außentürmen versehen.

Die heute das Bild des Kremls prägenden Turmspitzen wurden vorrangig im 17. Jh. errichtet, als die Kremlmauer ihren Zweck als Verteidigungsbau zugunsten des Repräsentationszwecks verloren hatte.

Im Laufe der Jahrhunderte erlitt der Kreml häufig erhebliche Zerstörungen. So 1571 durch die Krimtataren, 1610 durch die Polen und 1812 durch Napoleon I., der umfangreiche Sprengungen durchführen ließ. Es erfolgten aber immer wieder Instandsetzungen. Tiefgreifende Veränderungen wurden in der ersten Hälfte des 19. Jh. vorgenommen, als die Festungsgräben zugeschüttet wurden. Der Kreml erhielt damals seine heutige Gestalt.

Heute verfügt der Kreml über 20 bis zu 70 Meter hohe Türme. Die Mauer ist bis zu 19 Meter hoch und bis zu 6 Meter dick. Die Gesamtlänge der Mauer beträgt 2235 Meter. Im Inneren des Kremls befinden sich die Repräsentationsbauten des russischen Staates vom 12. bis zum 20. Jh.

Im Innern des Moskauer Kremls befinden sich Paläste, Rüstkammern, Senatsgebäude und vier Kathedralen: die Mariä-Entschlafens-Kathedrale (Uspenski Sobor), die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale (Blagoweschtschenski Sobor), die Erzengel-Michael-Kathedrale (Archangelski Sobor) und die Mariä-Gewandlegungs-Kathedrale (Chram poloschenija risy Boschiej Materej).

 

TRIUMPH- PALACE

Das Hochhaus Triumph-Palace (deutsch Triumphpalast, russisch Триумф-Палас) in Moskau wurde im Jahr 2005 fertiggestellt und zählt seit der Errichtung der Spitze im Dezember 2003 mit einer Höhe von 264,1 m zu den höchsten Hochhäusern in Europa.

Das Gebäude hat 54 Etagen und besteht aus neun Flügeln mit jeweils einem eigenen Eingangsbereich. Die Flügel sind nur in den ersten fünf Stockwerken miteinander verbunden. Auf dem Abschnitt vom zehnten bis zum siebenunddreißigsten Stock befinden sich Wohnetagen. Die Bruttogeschossfläche des Gebäudes beträgt annähernd 163.300 m².

Die Spitze besteht aus acht Sektionen mit 3.000 Einzelteilen, die innerhalb von sechs Tagen mit Hilfe von Helikoptern montiert wurden; sie wird von 700 m² Edelstahl umhüllt und wiegt insgesamt 52 t.

Architektonisch lehnt sich der Bau an den Monumentalstil (auch Zuckerbäckerstil genannt) von Stalins Sieben Schwestern aus den 1950er Jahren an und wird daher inoffiziell auch als achte Schwester bezeichnet.

 

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